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Schneewittchen und die sieben Zwerge

Der erste abendfüllende Zeichentrickfilm der Walt Disney Studios

Schneewittchen und die sieben Zwerge (im Original Snow White and the Seven Dwarfs) ist der erste abendfüllende Zeichenfilm der Welt und Disneys erstes Meisterwerk. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Märchen der Gebrüder Grimm.
Der Film Schneewittchen und die sieben Zwerge feierte am 21. Dezember 1937 Premiere in Hollywood. Einige Wochen später, am 8. Februar 1938, erfolgte der offizielle Kinostart in den USA. Bis der Film in den deutschen Kinos zu sehen war, sollte es noch einige Jahre dauern. Erst 1950 wurde der Disney Zeichentrickfilm offiziell in den deutschen Kinos veröffentlicht.

Die Arbeiten für den Film, ein aus damaliger Sicht, enormes Projekt, begannen bereits 1934 und stellten eine riesige Herausforderung dar, da es etwas Vergleichbares bisher nicht gegeben hatte. Die Walt Disney Studios betraten mit diesem Zeichentrickfilm in vielerlei Hinsicht völliges Neuland. Doch der Wagemut und Ehrgeiz sollten belohnt werden: Schneewittchen und die sieben Zwerge war ein Erfolg auf ganzer Linie. Das Publikum, nicht nur bei der Premiere, war begeistert. Der Film wurde unter anderem mit einem Oscar ausgezeichnet und gehört laut American Film Institute zu den 100 besten US-Filmen aller Zeiten. Außerdem wird er immer wieder als einer der wichtigsten, wenn nicht gar als der wichtigste Zeichentrickfilm überhaupt, bezeichnet.
Für die Walt Disney Studios hatte der Märchenfilm essentielle Bedeutung. Sein Erfolg bildete den Grundstein für die vielen weiteren Zeichenfilm der Walt Disney Meisterwerke-Reihe, die bis heute fortgesetzt wird.

Datenblatt zum Film Titel Snow White and the Seven Dwarfs / Schneewittchen und die sieben Zwerge Jahr 1937 Regie David Hand Länge 83 Minuten Musik Frank Churchill, Leigh Harline & Paul J. Smith Kamera Maxwell Morgan Budget 1,48 Millionen US-$ (Entspricht ca. 28 Millionen US-$ im Jahr 2021.)

Die Handlung von Schneewittchen und die Sieben Zwerge

Schneewittchen ist ein schönes, junges Mädchen. Sie wächst am Königshof ihres Vaters und ihrer Stiefmutter auf, allerdings nicht als junge Dame von Rang, sondern als Dienstmädchen. Ihre Stiefmutter ist äußerst eitel und neidisch. Täglich befragt sie ihren Spiegel, wer die Schönste im ganzen Land sei. Täglich erhält sie die Bestätigung, dass sie die Schönste im ganzen Land ist. Doch eines Tages ändert sich dies. Nicht mehr die Königin, sondern Schneewittchen ist laut des Spiegels das schönste Wesen. Von Neid zerfressen, veranlasst die Königin, dass Schneewittchen vom Hof entfernt wird. Sie beauftragt einen Jäger, sie in den Walt zu begleiten und sie dort zu töten.
Der Jäger bringt diese Grausamkeit aber nicht übers Herz. Er führt sie tief in den Wald und lässt sie dann frei.
Schneewittchen irrt verängstigt und verunsichert durch den Wald. Schließlich lässt sie sich nieder, um zu schlafen. Am Morgen wacht sie von Tieren umringt auf. Die Tiere des Waldes leiten sie zu einem kleinen Häuschen im Wald. Das Haus ist nicht im besten Zustand, da die sieben Zwerge, die hier wohnen, es nicht ganz so genau mit der Ordnung und der Sauberkeit nehmen. Schneewittchen schreitet sofort zur Tat und bringt das Häuschen mit Hilfe der Tiere auf Vordermann.
Als die Zwerge von ihrer Arbeit in der Edelsteinmine in ihr Zuhause zurückkehren, finden sie es sauber und ordentlich vor, sogar das Essen steht bereits auf dem Tisch. Nach einem kurzen Moment der Verwunderung entdecken sie das junge Mädchen, das quer ausgestreckt über die Betten der Zwerge, eingeschlafen ist. Den Zwergen ist die Situation nicht ganz geheuer und auch Schneewittchen erschreckt sich als sie erwacht und auf die sieben Zwerge trifft. Doch schnell schließen sie Freundschaft und es wird beschlossen, dass Schneewittchen bleiben darf, wenn sie sich im Gegenzug um den Haushalt kümmert.  
Die böse Stiefmutter hat allerdings inzwischen durch ihren Spiegel erfahren, dass die junge Prinzessin noch am Leben ist. Sie beschließt sich der Sache selbst anzunehmen. Durch einen Zauber verändert die Königin ihr Aussehen und begibt sich mit einem vergifteten Apfel zur Hütte der sieben Zwerge. Da das gutmütige junge Mädchen ihre Stiefmutter derart verändert nicht erkennt, empfängt sie sie freundlich und freut sich über den geschenkten Apfel.
Als die Zwerge von der Arbeit nach Hause kommen, finden sie das leblose Schneewittchen vor. Sie bestatten Schneewittchen in einem gläsernen Sarg. Als sie trauernd am Sarg stehen, erscheint ein junger Prinz. Er küsst das schöne junge Mädchen, das daraufhin wieder zum Leben erwacht.

Der Disney Film und das Märchen der Gebrüder Grimm

Welche Unterschiede gibt es?

Der Film, den Disney 1937 in die Kinos brachte, unterscheidet sich deutlich von dem Märchen der Brüder Grimm. Disney wollte von Beginn an keine reine Nacherzählung verwirklichen. Schon früh in der Entwicklungsphase des Films wurde die Entscheidung getroffen, den Zwergen mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Dieses Vorgehen lag darin begründet, dass sich bei vergangenen Projekten gezeigt hatte, dass Nebenfiguren wie zum Beispiel Goofy und Donald Duck beim Publikum gut ankamen.
Ursprünglich war sogar vorgesehen, dass die Zwerge eine wesentlich größere Rolle einnehmen sollten. Dies zeigt sich in einigen Story-Entwürfen, die bis heute erhalten sind. Nach dieser Planung sollte der Film auch einen anderen Anfang haben und erst mit der Ankunft Schneewittchens im Wald beginnen. Nach und nach wurde dieser Ansatz aber verworfen und die uns heute bekannte Story kristallisierte sich heraus.
Damit folgte der Disney Film in weiten Teilen dann doch dem Märchen der Gebrüder Grimm, auch wenn es natürlich einige Unterschiede gibt. So hat die Stiefmutter im Märchen gleich drei Mordversuche unternommen und als Beweis für den Tod der ungeliebten Stieftochter vom Jäger nicht das Herz, sondern Lunge und Leber des Mädchens gefordert. Auch das Alter von Schneewittchen wurde verändert, im Märchen war sie erst sieben Jahre alt, im Film ist sie etwas älter dargestellt (14 Jahre). Die weiteren Unterschiede liegen in der Rolle des Prinzen, der im Film bereits in einer sehr frühen Szene auftritt, während er im Märchen erst ganz zum Schluss in Erscheinung tritt. Eine wesentliche Veränderung hat auch das Ende erfahren. Im Film verabschieden sich die Zwerge am gläsernen Sarg von Schneewittchen als der Prinz erscheint und sie durch seinen Kuss wieder zum Leben erweckt. Eine romantische, zauberhafte Szene. Im Märchen fällt sie wesentlich rationaler aus. Hier stolpern die Diener des Prinzen, die den Sarg tragen, über einen Strauch. Von der Erschütterung wird Schneewittchen derart durchgeschüttelt, dass sich das Stück Apfel, das in ihrem Hals steckte, löst, sie dadurch wieder atmen kann und zum Leben erwacht.

Produktionsgeschichte

Die Idee, einen abendfüllenden Zeichentrickfilm zu produzieren, trieb Walt Disney bereits seit den frühen 1930er Jahren um. Er war überzeugt davon, dass es möglich wäre, ein Publikum einen ganzen Abend lang mit einem Animationsfilm zu unterhalten und nicht nur für wenige Minuten, wie es ihm bisher mit den Silly Symphonies, den Mickey Shorts und anderen Kurzfilmen gelungen war. Seine Annahme wurde bestätigt, als ein Kino in Stockholm ein Programm aus acht Disney Kurzfilmen, die direkt hintereinander gezeigt wurden, zusammenstellte. Und bei seiner Europareise 1935 wurde er noch einmal bestärkt, als in einem Pariser Kino eine Zusammenstellung aus Mickey Mouse-Kurzfilmen und dem Cartoon Die drei kleinen Schweinchen gezeigt wurde.
Neben dem Glauben daran, dass ein Zeichentrickfilm mehr Unterhaltungspotential besaß als zum damaligen Zeitpunkt angenommen, trieb Walt Disney die Hoffnung an, sein Studio für die Zukunft breiter aufstellen zu können, indem es nicht mehr ausschließlich Kurzfilme produzierte.
Im Juni 1934 verkündete Walt Disney in der New York Times, dass er einen abendfüllenden Zeichenfilm produzieren würde. Etwas später eröffnete er seinen Mitarbeitern, dass er für diesen Film das Märchen von Schneewittchen und den sieben Zwergen auserkoren hatte.
Das Vorhaben stieß nicht nur auf Freude und Unterstützung. Sowohl sein Bruder Roy als auch seine Frau Lillian versuchten Walt Disney das Projekt auszureden. In Hollywoodkreisen wurde es bald als Disney’s Folly (Walt Disneys Verrücktheit) bekannt.
Doch trotz aller Hürden und Hindernisse, die es zu überwinden galt – Walt Disney musste eine Hypothek auf sein Haus aufnehmen, um die immensen Produktionskosten, die von ursprünglich geplanten 250.000 US-Dollar auf fast 1,5 Millionen US-Dollar gestiegen waren, stemmen zu können – bliebt er hartnäckig und verfolgte sein Ziel. Mit Erfolg!
Am 21. Dezember 1937 war es soweit: Schneewittchen und die sieben Zwerge feierte Premiere.
Diese Premiere fand unter anderem auf Druck von Roy Disney und einiger Geldgeber statt. Denn wenn es nach Walt Disney gegangen wäre, wäre der Film vermutlich auch 1937 noch nicht fertig geworden. Obwohl die ursprünglich geplante Produktionszeit von 18 Monaten längst überschritten war, kamen Walt immer neue Ideen. So wollte er zum Beispiel die neu entwickelte Multiplan-Kamera, die 1937 fertiggestellt wurde und im Kurzfilm The Old Mill erstmals eingesetzt worden war, für Schneewittchen und die sieben Zwerge verwenden. Dies hätte bedeutet, dass viele Szenen neu gedreht hätten werden müssen. Dieses Vorhaben wurde Walt Disney ausgeredet, um die Produktion nicht noch weiter in die Länge zu ziehen und auch die bereits bestehende Kostenexplosion endlich einzudämmen.
Dass Walt Disney sein ambitioniertes Ziel verwirklichen konnte, verdankte er unter anderem dem finanziellen Geschick seines Bruders Roy. Ihm gelang es sowohl Geldgeber für den Film zu gewinnen als auch diese zu beschwichtigen, als die Produktion deutlich länger dauerte als vorgesehen.
Nicht unerwähnt bleiben sollen die 750 Künstler, die an diesem Film mitgearbeitet haben und zum Teil in Nachtschichten dazu beigetragen haben, dass das Projekt fertiggestellt werden konnte.

Warum ausgerechnet Schneewittchen?

Seit jeher hatte Walt Disney eine Vorliebe für europäische Märchen. Daher erscheint es nur folgerichtig, dass das erste Meisterwerk auf einem Märchen basierte. Dazu kam, dass der erste Film, den Walt Disney als Jugendlicher gesehen hatte Schneewittchen war. Dabei handelte es sich um einen schwarz-weiß Stummfilm. Seither hegte er den Traum, diesen Stoff eines Tages selbst zu bearbeiten. Er war sich sicher, dass der Zeichenfilm das bessere Medium für dieses Märchen sei, da die Zwerge in einem Zeichentrickfilm besser dargestellt werden könnten als in einem Spielfilm.

Die Filmmusik

Die Lieder in Schneewittchen und die sieben Zwerge wurden von Frank Churchill und Larry Morey komponiert. Paul J. Smith und Leigh Harline steuerten die musikalische Untermalung bei. Zu den bekanntesten Liedern aus dem Film gehören Heigh-Ho (Heiho), Someday My Prince Will Come (Kommt erst mein Prinz zu mir) und Whistle While You Work (Wer bei der Arbeit pfeift). Da Disney damals noch keinen eigenen Musikverlag hatte, wurden die Verlagsrechte für die Musik und die Lieder von Bourne Co. Music Publishers verwaltet, die diese Rechte bis heute halten. In späteren Jahren konnte das Disney die Musikrechte an vielen seiner Filme zurückerwerben, nicht aber an Schneewittchen.

Premiere & Veröffentlichung

Schneewittchen und die sieben Zwerge kommen ins Kino

Am 21. Dezember 1937 war es soweit: Schneewittchen und die sieben Zwerge wurde in Hollywood uraufgeführt. Die große Premiere fand im Carthay Circle Theater in Los Angeles statt. Ein sensationeller Erfolg, obwohl die geladenen Gäste – Größen aus der Schauspielwelt wie Marlene Dietrich und Judy Garland, eher widerwillig zur Premiere erschienen, da sie mit dem Medium Zeichentrickfilm nichts anfangen konnten. Doch schon nach wenigen Minuten schaute der ganze Saal gebannt auf die Leinwand, es wurde gelacht, geweint und schließlich tosender Beifall gespendet. Schneewittchen und die sieben Zwerge war der erfolgreichste Tonfilm seiner Zeit und wurde erst von Vom Winde verweht, der 1939 ins Kino kam, übertrumpft.
Walt Disney war ein Geniestreich gelungen, er hatte das Medium Zeichenfilm entscheidend weiterentwickelt und mittendrin die erste Disney Prinzessin.
Bei der Premiere des Films traten übrigens zum ersten Mal Mickey, Minnie, Pluto und Donald Duck als Walking-Acts auf. Außerdem flanierten die sieben Zwerge über den roten Teppich. Allerdings fiel dieser Auftritt eher in die Kategorie: das Gruselkabinett hat Freigang.
Bill Justice, der später für das Design der Kostüme der Disney Figuren in Disneyland zuständig war, erinnerte sich mit leichtem Schrecken an diesen Auftritt. Er hat sich im Nachhinein sehr darüber gewundert, dass die Gäste beim Auftritt der sieben Zwerge nicht schreiend Reißaus genommen haben.

Aber nicht nur in den USA wurde der Film veröffentlicht, alsbald trat er seinen Siegeszug rund um den Globus an.
1944 erfolgte die erste offizielle Wiederveröffentlichung des Films, in erster Linie um die Einnahmen der Disney Studios in Kriegszeiten zu erhöhen. Dieser Wiederveröffentlichung legte den Grundstein für das lange Zeit gepflegte Modell, die Disney Zeichentrickfilme alle sieben bis zehn Jahre neu zu veröffentlichen.
1952, 1958, 1967, 1975, 1983, 1987 und 1993 wurde Schneewittchen und die sieben Zwerge erneut in die Kinos gebracht. Inzwischen ist diese Praxis überholt, dafür steht der Film zum Beispiel bei Disney+ zum Streamen bereit.

 

Erfolge, Auszeichnungen & Rezeption

Am 23. Februar 1939 erhielt Walt Disney den Oscar für seinen Film. Aber nicht einfach die bekannte goldene Statue, sondern einen Spezial-Oscar:  ein normal großes Exemplar der Statue und sieben Miniatur-Oscars. Überreicht wurde diese besondere Auszeichnung durch Shirley Temple.

Der Oscar war aber weder die erste, noch sollte er die einzige Auszeichnung bleiben, die Disneys erster abendfüllender Zeichentrickfilm erhielt. Bereits 1938 war er bei den Filmfestspielen von Venedig mit der Grand Biennale Great Art Trophy ausgezeichnet worden. Im Laufe der Jahre folgten zahlreiche weitere Preise, wie 1939 der New York Film Critics Circle Award & 1987 der Spezialpreis der Motion Picture Screen Cartoonists Guild, der zum 50. Geburtstag des Zeichentrickfilms verliehen wurde. Seit 1989 ist der Film Teil des National Film Registry der Library of Congress, dem Verzeichnis US-amerikanischer Filme, die als besonders erhaltenswert angesehen werden.

Der Spezial-Oscar war übrigens nicht der erste Academy Award für Walt Disney, die erste Auszeichnung erhielt er bei der Preisverleihung 1932 für den Kurzfilm Flowers and Trees, der zu den Silly Smphonies zählt. Es war nicht einmal der erste Academy Award außer der Reihe, denn ebenfalls bei der Preisverleihung 1932 erhielt Walt Disney einen Honorary Academy Award für die Erschaffung von Mickey Mouse erhalten

Auch abseits von Auszeichnungen war der Film ein herausragender Erfolg mit vielen hervorragenden Kritiken. So schrieb zum Beispiel Frank S. Nugent von der New York Times: "Mr. Disney und sein Team haben sich selbst übertroffen. Der Film wird den Erwartungen mehr als gerecht. Er ist ein Klassiker, filmisch so wichtig wie The Birth of a Nation oder die Geburt von Mickey Mouse. So etwas ist noch nie zuvor gemacht worden". Der berühmte sowjetrussische Regisseur Sergei Eisenstein, unter anderem verantwortlich für Klassiker wie Panzerkreuzer Potemkin, ging sogar soweit, Schneewittchen und die Sieben Zwerge als den besten Film, der je produziert wurde zu bezeichnen.

Wie heißen die sieben Zwerge mit Namen?

Die sieben Zwerge, das sind die lustigen, kleinen Gesellen, die Schneewittchen Unterschlupf in ihrem Haus im Wald bieten. Doch wie heißen sie eigentlich mit Namen?
Die Namensfindung war ein langer Prozess. Zahlreiche Namen wurden erdacht und wieder verworfen. Schließlich fiel die Entscheidung auf:

  • Chef / Doc
  • Brumbär / Grumpy
  • Happy / Happy
  • Hatschi / Sneezy
  • Schlafmütz / Sleepy
  • Pimpl / Bashful
  • Seppl / Dopey

 

Deutsche Synchronisation

Bei der Produktion von Schneewittchen und die sieben Zwerge wurde von Beginn an großer Wert darauf gelegt, dass sich der Film für die internationale Vermarktung eignet. Aus diesem Grund wurde in einigen Szenen, in denen Inschriften oder Buchtexte vorkamen mit unterschiedlichen Hintergründen gearbeitet.
Schon bald nach der Premiere in den USA war der Film auch in anderen Ländern der Welt zu sehen. Das Publikum in Deutschland musste sich jedoch gedulden, weil es unter anderem wegen der strengen Devisenbestimmungen keine Einigung zwischen Disney und den Filmgesellschaften UFA und Bavaria über den Ankauf des Films kam. Dennoch wurde 1938 eine erste deutsche Synchronfassung aufgenommen, allerdings in Amsterdam in den Niederlanden. Dort hatte der vor den Nazis aus Deutschland geflohene Kabarettist Kurt Gerron bereits die niederländische Synchronfassung bearbeitet. Im Anschluss daran erhielt er den Auftrag für die deutsche Fassung, die er mit einigen Schauspielern, die ebenfalls vor dem NS-Regime in Deutschland in die Niederlande geflohen waren, realisierte.
1950 war diese deutsche Fassung dann erstmals in Deutschland zu sehen.
1966 sollte es zu einer Wiederaufführung des Films kommen. Zu diesem Anlass wurde der Film mit neuen Sprechern synchronisiert. Neu waren in dieser Fassung nicht nur die Sprecherinnen und Sprecher, sondern auch einige Testpassagen, die modernisiert und auch deutlich kindgerechter formuliert wurden.
Damit wurde den Einschätzungen einiger Zensoren und Kinderärzte, vor allem aus England, entsprochen, die Schneewittchen als Film für Erwachsene eingestuft hatten und dafür sorgten, dass der Film in England für Kinder unter 16 Jahren nur in Begleitung einer volljährigen Person zu sehen war. Dieser Beschränkung, die nicht nur in England, sondern auch in Südafrika und den Niederlanden ursprünglich galt, wollte man mit diesen Anpassungen vorbeugen.
1994 gab es dann eine dritte und bisher letzte deutsche Synchronisation. Diese wurde für die Erstveröffentlichung von Schneewittchen und die sieben Zwerge auf VHS vorgenommen. Bei dieser Version wurden allerdings einige Elemente aus den älteren Synchronisationen übernommen, so der Gesang der Zwerge aus der Fassung von 1966.

Die Sprecher

  • Schneewittchen
    Englisches Original: Adriana Caselotti
    Deutsche Stimme: 1938: Hortense Raky, 1966: Uschi Wolff, 1994: Manja Döring
  • Schneewittchen Gesang
    Englisches Original: Adriana Caselotti
    Deutsche Stimme: 1938: Hortense Raky / Claire Eiselmayr. 1966: Susanne Tremper, 1994: Alexandra Wilcke
  • Böse Königin
    Englisches Original: Lucille La Verne
    Deutsche Stimme 1938: Dora Gerson, 1966: Gisela Reißmann, 1994: Gisela Fritsch
  • Hexe
    Englisches Original: Lucille La Verne
    Deutsche Stimme: 1938: Frau Stern, 1966: Gisela Reißmann, 1994 Kerstin Sanders-Dornseif
  • Prinz
    Englisches Original: Harry Stockwell
    Deutsche Stimme: 1938: Willy Stettner, 1966: René Kollo, 1994: Rolf Dieter Heinrich
  • Chef    
    Englisches Original: Roy Atwell
    Deutsche Stimme: 1938: Otto Wallburg, 1966: Klaus Krause, 1994: Manfred Lichtenfeld
  • Brummbär
    Englisches Original: Pinto Colvig
    Deutsche Stimme: 1938: Kurt Lilien, 1966: Karl Hellmer, 1994: Roland Hemmo
  • Happy
    Englisches Original: Otis Harlan
    Deutsche Stimme: 1938: Siegfried Anno, 1966 Eduard Wandrey, 1994: Gerry Wolff
  • Hatschi
    Englisches Original: Billy Gilbert
    Deutsche Stimme: 1938: Siegfried Anno, 1966: Walter Bluhm, 1994 Fritz Decho
  • Schlafmütz
    Englisches Original: Pinto Colvig
    Deutsche Stimme: 1938: Kurt Gerron, 1966: Herbert Weißbach, 1994: Horst Kempe
  • Pimpel
    Englisches Original: Scotty Mattraw
    Deutsche Stimme: 1938: Kurt Gerron, 1966: Erich Fiedler, 1994: Heiz Fabian
  • Zauberspiegel
    Englisches Original: Moroni Olsen
    Deutsche Stimme: 1938: Kurt Gerron, 1966: Klaus Miedel, 1994: Hermann Ebeling
  • Jäger
    Englisches Original: Stuart Buchanan
    Deutsche Stimme: 1938: unbekannt, 1966 Arnold Marquis, 1994: Klaus Sonnenschein
  • Erzähler
    Englisches Original: kommt nicht vor
    Deutsche Stimme: 1938: kommt nicht vor, 1966: Heinz Petruo, 1994: Friedrich Schoenfelder

 

Fun Facts zum Film Schneewittchen und die sieben Zwerge

  • Walt Disney gefiel keiner der Sprecher, die sich als Synchronstimme für Seppl bewarben, daher blieb dieser Zwerg einfach stumm.
  • Der Prinz taucht nur so selten im Film auf, weil er für die Zeichner sehr schwer zu animieren war und er daher aus vielen Szenen herausgeschnitten wurde.
  • Schneewittchen die sieben Zwerge ist der erste Film, zu dem es ein Album mit dem Soundtrack zu kaufen gab.
  • Walt Disney hat für diesen Film die sogenannte 5-$-Gag-Regelung eingeführt. Das bedeutet, dass jeder Mitarbeiter Witze oder lustige Szenen beisteuern durfte. Wurden diese Gags im Film verwendet, bekam der Ideengeber 5$. So erhielt zum Beispiel Ward Kimbal 5$ für die Szene, in der die Zwerge ihre Nasen auf die Fußkante des Bettes legen.

Schneewittchen und die sieben Zwerge außerhalb des Films

Nicht nur auf der Leinwand erfreuen sich Schneewittchen und die sieben Zwerge großer Beliebtheit. Es hat sich ein ganzes Franchise um die Film, insbesondere aber um die beliebte Disney Prinzessin Snow White gebildet.

Den ersten Auftritt außerhalb des Films hatten die Figuren bereits vor der Kinopremiere. Sie waren die Hauptfiguren im The Silly Smyphony Sunday Comic Strip, dessen erster Teil am 12. Dezember 1937 erschien. Im Laufe der Jahre wurde diese viermonatige Comicserie mehrfach publiziert.
Von 1979 bis 1980 lief das Broadway Musical Snow White and the Seven Dwarfs in der Radio City Music Hall.
Für den Gameboy und die Playstation gab es Videospiele mit der beliebten Prinzessin und den Zwergen, unter anderem tauchten sie in der beliebten Videospielserie Kingdom Hearts auf.
2013 erschien das Handygame Snow White: Queen’s Return.
Auch auf der Leinwand ist die Karriere von Schneewittchen längst noch nicht beendet. In verschiedenen Serien und Sondersendungen aus dem Hause Disney gab es immer wieder Kurzauftritte. Eine der bekanntesten Szenen ist sicherlich am Ende des Films Chaos im Netz als Vanellope von Schweetz auf die Disney Prinzessinnen, darunter natürlich auch Schneewittchen, trifft. Außerdem ist eine Live-Action Verfilmung des Zeichenfilms angekündigt.
Natürlich dürfen weder Schneewittchen noch die sieben Zwerge in den Disney Parks rund um den Globus fehlen. Zum einen können Gäste sie in den Parks treffen, um ein Foto zu schießen,  zum anderen sind sie in Paraden und Shows zu bewundern und schließlich gibt es Attraktionen, die auf dem Film basieren.
Zurzeit sind die Snow White’s Enchanted Wish in Disneyland, ein Dark Ride, der in seiner Ursprungsversion bereits seit 1955 besteht. In abgewandelter Form ist diese Attraktion auch in Tokyo Disneyland und Disneyland Paris zu finden. Im Magic Kingdom in Walt Disney World steht die Achterbahn Seven Dwarfs Mine Train.