[TDR] Tokyo DisneySea Hotel MiraCosta

Review 
Brandis kennt diverse Charaktere beim Namen
Offizielle Hotel-Website auf Englisch

Da der Hotel Review Teil für die asiatischen Parks leider sehr kahl ist, möchte ich einen kleinen Beitrag leisten, dies zu ändern.

Übrigens, Stephie, sehr schöner Bericht übers Sunroute Hotel. Wobei das Schiff-Theming mich im ersten Moment doch an ein Love Hotel denken liess. Das Badezimmer hat dann aber doch vertraute Erinnerungen an "normale" japanische Hotels hervorgerufen. Ich glaube, praktisch alle japanischen Business-Hotels kaufen ihre Nasszellen beim gleichen Ausstatter ein. :)

Ich hatte bereits zweimal das Vergnügen, jeweils 2 Nächte im Hotel MiraCosta zu übernachten. Beide Male buchte ich in der günstigsten Kategorie Zimmer mit "Porto Paradiso Partial View". Zu den Kategorien später noch mehr.

Beide Male reisten wir von Tokyo mit der S-Bahn an, was sehr einfach ist, wenn man sich nur in Acht nimmt, nicht während der morgendlichen oder abendlichen Rush Hour zu fahren. Dann könnte es, vor allem mit dem Gepäck sehr eng werden.

Am Bahnhof Maihama (Tanzende Bucht) :giggle: angekommen, folgt man erstmal den Wegweisern zum TDR Welcome Center. Hier sieht es ein bisschen aus wie an einem Flughafen Check-In mit separaten Schaltern für die 3 Disney-Hotels sowie die Partner Hotels. Hier kann man sein Gepäck abgeben und erhält den im Hotelpreis inbegriffenen Fahrschein für die TDR Monorail (nicht für Gäste vom Ambassador Hotel, da diese Bus-Service zu beiden Parks und zum Bahnhof haben). Der richtige Hotel Check-In, wo man dann auch die Zimmerschlüssel erhält, erfolgt jedoch erst nach 15 Uhr im Hotel selbst. Die Eintrittskarte für die Parks kann man aber schon im Welcome Center kaufen. Bei Mehrtages-Karten ist zu beachten, dass Park-Hopping nur begrenzt möglich ist, nämlich frühestens ab dem 3. Tag. Man muss auch gleich beim Kauf festlegen, welchen Park man am 1. Tag besuchen will, am 2. Tag kann man dann nur den anderen Park betreten und wie gesagt, ab dem 3. Tag hat man Hopper Privilegien.

Danach gleich weiter zur Monorail, welche im Gegenuhrzeiger-Sinn ums Resort fährt. Ausgehend von der Maihama Station folgt danach die Disneyland und Disneyland Hotel Station (Station befindet sich zwischen Parkeingang und Hotel), dann die Station für die Patnerhotels. Nun fährt die Bahn sehr nah an DisneySea vorbei, so dass man bereits einen Vorgeschmack auf den Park erhält. Interessanterweise hat man auch an mehreren Orten die Möglichkeit, in Backstage Bereiche reinzuschauen. Als nächstes folgt die DisneySea und MiraCosta Station, danach ist die Rundfahrt komplett und man kommt wieder zur Maihama Station und Ikspiari (eine Art Disney Village, jedoch eher ein normales High End-Shopping Center), hinter Ikspiari befindet sich dann auch noch das im Art Deco-Stil gehaltene Ambassador Hotel.



Aber wir sind nun natürlich bei der Disney-Sea Station ausgestiegen. Geradeaus, über die Brüstung erkennt man eines der Wahrzeichen von DisneySea, der Brunnen mit der auf dem Wasserstrahl schwebenden Erdkugel.



Links die Treppe runter kommt man zum Eingangsbereich von DisneySea, rechts führt eine Fussgängerbrücke hinüber zur Lobby des Hotel MiraCosta, welches über den Eingang von DisneySea gebaut wurde und auf der Rückseite auch gleich die Kulisse für Porto Paradiso abgibt.


Fussgängerbrücke zwischen Monorail Station und Hotel MiraCosta

Bevor man das Hotel betritt, kommt man zur Vorfahrt, wo in der Mitte ein hübscher Brunnen steht:



In der Lobby hat es eine imposante Kuppel, mit Gemälden, welche die verschiedenen "Ports of Calls" von DisneySea zeigen. (Ports of Calls sind das Equivalent zu den Ländern im Magic Kingdom):



Von oben gesehen, der Wartebereich der Lobby unter der Kuppel:



Da wir ja noch nicht einchecken können, gehen wir gleich weiter zum Hotel-eigenen Parkeingang, welcher Hotelgästen vorbehalten ist. Neben der Lobby führt eine Treppe hinunter zu DisneySea und nach dem Durchschreiten der Drehkreuze befindet man sich in Porto Paradiso. Da der reguläre Parkeinfang etwa 150 m weiter hinten liegt, hat man als Hotelgast beim Ropedrop am Morgen eine leicht bessere Ausgangsposition beim Rennen zu den Fastpass Maschinen beim Tower of Terror oder Journey to the Center of the Earth.

Da bei unserem Besuch im Oktober nicht sehr viel los war, konnten wir bis am Nachmittag alle Hauptattraktionen mindestens einmal fahren, so dass wir gegen 16 Uhr zum Hotel zurückgingen, um einzuchecken. Wir sind nicht die einzigen mit dieser Idee, aber der Check-In Prozess geht sehr gesittet vor sich. Wir werden von einem CM gebeten, in der Rotunde unter der Kuppel Platz zu nehmen und es wird einem sogar Wasser oder Tee offeriert, um die Wartezeit zu überbrücken. Sobald man an der Reihe ist, holt einem der CM am Platz ab und führt einem zum nächsten freien Check-In Schalter. Hier werden die Pässe kopiert, Kreditkarte eingebucht. In der Zwischenzeit steht auch schon ein Concierge mit dem Gepäck bereit. Die Zimmerkarten werden dem Concierge ausgehändigt, welcher uns zum Zimmer führt. Auf dem Weg macht er uns auf kleine Disney-Details im Teppich und den Tapeten aufmerksam.

Im Zimmer, welches für japanische Verhältnise sehr geräumig ist, wird natürlich erst mal die (Partial View) Aussicht inspiziert. Gar nicht mal so schlecht. Die Einschränkung besteht einzig darin, dass ein paar Meter vor dem Fenster sich das Türmchen von der Hochzeitskapelle erhebt und man keine komplette Aussicht von Porto Paradiso hat. Dafür hat man direkte Aussicht auf die Burg und den Vulkan und etwas seitlich links kann man sogar den Tower of Terror, das Schiff USS Columbia und dahinter die Tokyo Bay sehen.



Dieses Panorama zeigt die komplette Aussicht vom Zimmer aus. Da es aus 3 Einzelbildern zusammengesetzt wurde, sind die Ränder etwas unregelmässig und ausgefranst.

Nun noch ein paar Ansichten vom Zimmer. Gleich recht von der Eingangstüre ein Kleiderschrank und anschliessend eine Nische mit Teekocher, Tassen, Instant-Grüntee, Instant-Schwarztee sowie Cappucino und darunter eine Minibar.



Gegenüber das Badezimmer, welches in 3 getrennte Bereiche aufgeteilt ist. In der Mitte, ohne Türe, 2 Waschbecken mit vielen hübsch verpackten Seifen, Zahnbürsten, Shampoos usw.



Links davon, hinter eine Schiebetüre ist die Toilette, inklusive dem für Japan fast obligatorischen Aufsatz für Popo-Dusche und Luftrocknung. Angenehm temperierte Klobrille gehört natürlich auch dazu.



Auf der anderen Seite befand sich dann die Nasszelle mit Badewanne. Japanischer Badetradition gemäss duscht und reinigt man sich zuerst ausserhalb der Badewanne auf einem kleinen Plastikhocker kauernd und begibt sich dann gesäubert in die recht kurze, dafür um so tiefere Badewanne zur Entspannung.

Entspannt und sauber kann man sich danach ins Schlafzimmer begeben, wo man Plüsch-Finken und die Yukata anziehen kann. Eine Yukata ist eine Art Kombination aus Morgenrock, Bademantel und Pijama, welches in Japan von den meisten Hotels zur Verfügung gestellt wird.





Die Betten sind sehr bequem und wir haben sehr gut darin geschlafen. Als ich mitten in der Nacht mal aufgestanden bin, konnte ich mir natürlich nicht verkneifen, aus dem Fenster in den Park zu schauen. Wir waren zum Ende der Halloween Saison dort und ich konnte sehen, wie auf der Bühne der Lido Isle Characters und Tänzer für eine Weihnachtsshow übten, auf den Bänken für die Zuschauer sassen eine ziemliche Anzahl von Managern (vermute ich, da sie alle Anzüge trugen). Ausserdem sah man an verschiedenen Stellen im Park Lieferwagen rumstehen, sowie Gärtner, welche sich um Planzen kümmerten.

Am nächsten Morgen frühstückten wir in der Bella Vista Lounge, von wo man dank der Panorama Fenster eine schöne Aussicht in den Park hat. Hier gibt es ein gutes, aber auch relativ teures Frühstücksbüffet im europäischen bzw. amerikanischen Stil.





Und hier ist die Fensterfront der Lounge zu sehen.



Im Restaurant Oceano nebenan gibt es ein noch umfangreicheres Buffet, welches auch japanische Frühstücks-Artikel wie Reis, Miso-Suppe, Fisch usw. beinhaltet und natürlich auch noch mehr kostet als in der Bella Vista Lounge.

Das Hotel verfügt auch über ein ziemlich umfangreiche Wellness-Anlage, welche einem römischen Bad nachempfunden ist. Das Bad befindet sich im venezianisch gestalteten Flügel des Hotels und ist praktisch im Park drin, das Aussenbad und der Garten nur durch einen Zaun davon getrennt.



Empfangsbereich des Wellness-Bereichs mit Aussicht auf die venezianischen Kanäle.





Bei den doch ziemlich hohen Übernachtungspreise in diesem Hotel ist es etwas seltsam, dass für die Benutzung des Bades noch eine zusätzliche Gebühr anfällt. In der Sommer-Saison kostet ein Tagespass ca. $30, zu übrigen Zeiten $20!

Zum Abschluss noch eine Übersicht über die Preisgestaltung. Die Zimmer sind 3 unterschiedlich teuren Hotel-Seiten zugewiesen, entsprechend unterscheiden sich auch die Aussichten vom Zimmerfenster aus.

- Toskana Seite: Die dem Park abgewandte Seite, man hat Aussicht auf das Kongress-Zentrum, die Hotel-Vorfahrt, den Eingangsbereich von DisneySea und die Monorail Station, in einiger Entfernung jedoch auch Industrie-Areale und Tokioter Vorstadt-"Idylle" (zweistöckige Häuschen dicht an dicht).



- Venedig Seite: Seiten-Flügel, welcher Aussicht auf den Park bietet, jedoch nur zum venezianischen Kanal hin. Das Schwimmbad kann man auch sehen.



- Porto Paradiso Seite: Die teuersten Zimmer mit der schönsten Sicht auf DisneySea. Innerhalb dieser Kategorie gibt es noch eine Abstufung nach Aussicht: Harbour View (direkte Sicht aufs Wasser), Piazza View (Sicht aufs Wasser etwas seitlich) und Partial View (welche wie man oben bei unserem Zimmer sehen kann, ziemlich hübsch ist, aber nur soviel wie die günstigsten Zimmer auf der Toskana Seite kosten).





Fazit: Wunderschönes Hotel mit einem speziellen Ambiente und Disney-Service in höchster Güte, wie man sie eigentlich nur in Japan finden kann. Auch wenn die Preise einem beim ersten Blick den Atem stocken lassen und ich für 2 Nächte fast soviel bezahlte wie für den ganzen Rest der Reise habe ich es doch sehr genossen und werde mir den Luxus beim nächsten Mal sicher wieder leisten.

Hoffe, ich konnte Euch ein bisschen den Mund wässrig machen, dass Ihr Lust bekommt, dieses sehr schöne Disney-Resort auch mal zu besuchen.
 
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