Ausstellung "The Sound of Disney 1928 - 1967" in Frankfurt (Main)

Tipp 
Yume Disney Historikerin
Liebe Nachbarn,

wer Lust und Interesse hat sowie sich gerade in oder um Frankfurt (Main) befindet, bzw. für den die Anreise nicht allzu beschwerlich ist: Seit dem 07.08.2020 findet dort die Sonderausstellung "The Sound of Disney 1928 - 1967" statt. Sie läuft bis zum 10.01.2021 im Deutschen Filmmuseum: The Sound of Disney. 1928-1967

Ich werde auf jeden Fall während meines Urlaubs hingehen (irgendwann zwischen dem 17. und 31.08.20). Wer Lust hat und sich anschließen möchte, darf mich gerne anschreiben.

@torstendlp und @dörthe: Für Euch sicherlich sehr interessant, wart Ihr zufällig schon da?
 
torstendlp Unser DVC-Waschbär mit Bart
Teammitglied
Wir waren noch nicht, aber planen einen Besuch. Auf Grund der Unsicherheit bzgl. des WDW Trips und etwaiger anderer Ersatzurlaubsplanungen, aber noch nicht konkret. Im Moment zeichnet es sich ab, dass wir zwar 3 Wochen Urlaub machen, aber eben zu Hause mit Ausflügen unter der Woche. Wann aber was wissen wir noch nicht konkret. Das müssen wir noch planen. Aber da wird die Ausstellung sicher dabei sein.

Wir hatten auch überlegt ein "offizielles" Treffen zu organisieren, aber das ist in der aktuellen Lage, zumal die Zahlen ja wieder steigen, eher nicht angebracht.
 
Yume Disney Historikerin
Ich war jetzt mittlerweile schon in der Ausstellung und trotz der scheinbar geringen Ausstellungsfläche schwer begeistert. Die Ausstellung befindet sich im dritten Stock des Deutschen Filmmuseums in Frankfurt am Main.

Es sind - falls ich mich recht erinnere - vier große Abschnitte, die in sich noch mal in kleinere Abschnitte unterteilt sind. Zu Beginn steht der Anfang des Tonfilms, speziell der ersten vertonten Disneycartoons, in denen Walt selbst Mickey seine Stimme lieh. Es werden auf festen Karton kopierte Original-Rohzeichnungen einiger Cartoon-Ausschnitte gezeigt wie dem Skeleton-Dance.

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In jedem Abschnitt gibt es auch einen Touch-Monitor mit Bewegt-Bild- und Audio-Beispielen sowie tiefer gehende Informationen zu den folgenden Themen: 1. Synchronsprecher signifikanter Figuren (u. a. Walt als Mickey oder Donalds längste Stimme Clarence Nash), 2. Das Sounddesign des Haus- und Hof Geräuschemachers William E. Garity, 3. Disney-Komponisten wie Frank Churchill und - klar - die Sherman-Brothers.

Leider haben ein paar der Touch-Monitore nicht richtig funktioniert, sodass ich leider keine genauere Beschreibung geben kann. Ich hätte allerdings auch den QR-Code an den Bildschirmen scannen können, um alles auf meinem Mobil-Gerät anzuschauen oder -hören (bitte Kopfhörer verwenden, sonst gibt es eine unerträgliche Kakophonie). Das ist auch für den Fall gedacht, dass man die Gerätschaften nicht mit bloßen Händen berühren will. Sie werden jedoch regelmäßig vom Personal gereinigt. Ich habe mich dazu entschlossen vor und nach Benutzung mit einem eigenen Reinigungstuch (jedes Mal ein neues, selbstverständlich) alles, was ich angefasst habe, auch zu säubern.

Weiter Ausstellungsstücke sind Fotos aus der frühen Zeit mit Walt und seinen Mannen, Film-Plakate, Notenblätter bekannter Disney-Songs, Drehbücher mit Regieanweisungen, Reinzeichnungen auf Zelluloid, Hintergrundgemälde und Filmausschnitte auf Leinwänden.

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Leider sind die Räume nicht groß genug, um die Beschallung durch die diversen Filme voneinander abzuschirmen, bzw. die Trennwände reichen nicht aus, um die Geräusche besser voneinander zu trennen. Wobei die Lautstärke nicht unangenehm ist und auch keine allzu sehr störenden Überlappungen stattfinden. Es fällt zwar an der einen oder anderen Stelle auf, doch wie schon gesagt nicht nervig.

Sehr amüsant fand ich den Bereich, wo kurze Schnipsel aus Dornröschen und 101 Dalmatiner gezeigt wurden, in denen verschiedene Synchron-Varianten wechselten. Cruella De Ville in Niederländisch ist einfach köstlich. Ich weiß, ein Affront für jeden Niederländer und ich bitte auch um Verzeihung, doch ich fand es einfach zu lustig.

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In zwei kleinen Séparées innerhalb des oben genannten Bereichs gab es auch noch Filminstallationen zu Das Dschungelbuch. Die eine war in schwarz-weiß und eigentlich nur aus Rohzeichnungen animiert, in dem die tierischen Figuren 'entmenschlicht' und in ihren natürlichen Verhaltensweisen dargestellt waren. Die zweite Installation zeigte den Film in normal, nur mit dem Unterschied, dass jede einzelne Figur eine andere Sprache spricht. Beides super interessant mir viel Spielraum zu Interpretation und Bewertung. Ehrlich gesagt habe ich keine offiziellen Stellungnahmen dazu gelesen, da ich es für mich spannender finde, eine persönliche Deutung dafür zu ersinnen.

Im Großen und Ganzen war es für mich ein lohnender Besuch, und die Zeit verfliegt extrem schnell. Ich hätte gedacht, dass ich maximal 60 Minuten dort verbracht habe, doch tatsächlich war ich fast zwei Stunden zu Gange. Man kann sich also durchaus in den ausgestellten Werken und bereit gehaltenen Informationen verlieren.

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Anhänge

alter_sack steigt in manche Attraktion mit ein
Vielen Dank Yume für den Bericht und die Fotos. Allein aufgrund der Entfernung werde ich die Ausstellung leider nicht besuchen können.
Ist zu der Ausstellung auch ein Katalog erschienen? Auf der Homepage des Museums habe ich auf die Schnelle nichts gefunden. Den würde ich mir dann bestellen.
 
Yume Disney Historikerin
Hi, @alter_sack,

erst mal: Bitte, gern geschehen! :)
Zur Frage nach dem Katalog: Ich habe mir zwar die Auslage an Merchandise lange betrachtet, konnte jedoch keinen Katalog entdecken. Explizit danach gefragt habe ich allerdings auch nicht.

Vielleicht kann das jemand übernehmen, der nach mir das Museum besucht? Ich bin ja mal gespannt, ob diese Ausstellung wandern wird. Das gibt es ja manchmal.
 
dörthe Super-Moderator
Teammitglied
Hier sind übrigens unseren Eindrücke mit ein paar Bildern.

Wir haben keinen Katalog gefunden, aber auch vergessen zu fragen 😬
 
torstendlp Unser DVC-Waschbär mit Bart
Teammitglied
Und unser Vlog zur Austellung ist auch online!

In unserem Vlog seht Ihr:
🔶 Anreise und Erwartungen
🔶 Rundgang durch die Ausstellung
🔶 Interview mit Daria Berten, der Kuratorin dieser Ausstellung
🔶 Besuch des Museumsshops mit vielen Disney-Artikeln

 
alter_sack steigt in manche Attraktion mit ein
Durch die Aufnahme habe ich einen guten Eindruck von der Ausstellung bekommen. Es ist sicher eine kuratorische Herausforderung Musik/Geräusche in einer Ausstellung zu präsentieren. Mit dem Buch habt ihr wirklich Glück gehabt. Ich habe im Jahr 2000 für den Band 280 DM bezahlt. Interessant fand ich die Angabe von Frau Berten, dass die Filmaushangfotos, vor denen sie bei dem Interview stand, aus dem eigenen Bestand sind. Diese Fotos werden also auch von Museen gesammelt. Die Filmaushangfotos habe ich - soweit ich die Motive erkennen kann - auch in meiner Sammlung.
 
Gamma findet sich ohne Parkplan zurecht
Tausend Dank für euren tollen Bericht und das Interview! Ihr seid wie immer der Hammer und eine echte Inspiration!
Die Steamboat Willie Tasse hätte ich übrigens auch gleich mitgenommen... :0391:
 

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