Der heutige Tag startete um 8 Uhr in der Nursery, dort leben sieben 8 Wochen alte Löwchen, die keinen Touristenkontakt haben. Deren Nachtquartier wird jeden Morgen von Kot und Dreck gereinigt. Damit wir das tun können, bringen wir sie zuerst ins Aussengehege und bereiten ihr Futter zu. Sie bekommen eine Art Gemisch aus Muttermilchersatz, Pellets und Fleisch. Ein Napf pro Löwchen. Die ins Gehege zu bringen, ohne dass sie entwischen, ist selbst zu viert nicht ganz einfach. Man muss die Näpfe gut verteilen, damit jedes Tier seine Portion frisst und es möglichst zu keinen Kämpfen kommt.
Etwas trostlos, dreckig und veraltet wirkt das Gebäude. Wird zum Glück bald Vergangenheit sein.
Danach konnte ich und mein Kollege mit Wasserschlauch (mit viel zuwenig Druck, wie leider auch bei Duschen und Toilettenspülungen hier) und Besen, sowie einem antibakteriellen Reinigungsmittel dahinter und alles sauber abspritzen und einshampoonieren. Finde es etwas schade, dass die Tiere nur einen kahlen Boden und eine kleine Wärmelampe haben. Auf Einstreu würde offenbar aus Hygienegründen verzichtet. Auch Sachen, an denen sie Zähne und Krallen schärfen können, fehlen.
Tja und dann, am Nachmittag war es soweit. Also eigentlich auch schon gestern, aber weil das so toll war, konnten wir es nach zwei Fehlversuchen heute um 16 Uhr dann doch noch wiederholen:
Als Löwenfan hatte ich den Traum, einmal so nahe wie möglich an einen Löwen so gross wie möglich zu kommen. Und genau das konnte hier erfüllt werden! Auf der "Walk with Lions"-Tour fährt man ein bisschen aufs Grasland hinaus, ein Guide bringt zwei Löwen und viele Portionen Fleisch mit dem Auto her und lässt diese dann frei laufen. Kein Gitter, nur ein Guide bewaffnet mit Pfefferspray. Und in meinem Fall zwei jugendliche Löwinnen, knapp 1 Jahr alt.
Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, mal so nahe an diesen Tieren sein zu dürfen. Man spürt richtiggehend deren Kraft und merkt erst, wie gross die wirklich sind, wenn man direkt daneben steht. Das allerbeste: Während diese mit ein bisschen Fleisch und einem Stock abgelenkt werden, darf man sie streicheln! Wahnsinn! Das wirkt so surreal, man glaubt kaum, dass sowas möglich sein kann.
Die heutige Tour wurde speziell für mich und meine 3 Volunteerfreunde durchgeführt, so dass die Tiere weniger Stress hatten und sich viel längere Fotomöglichkeiten boten. Genau wie wenn man zum ersten Mal vor einem Disneyschloss steht, ist das ein Erlebnis, welches ich nie vergessen werde. Und ich habs zum richtigen Zeitpunkt erlebt. Im neuen Lion Park wird auch das nicht mehr angeboten.
Zwei meiner guten Freunde sind begeisterte Hobbyfotografen und haben mit ihren Highend-Nikon D4-Kameras draufgehalten, was das Zeug hielt. Die Bilder bekomme ich noch, die hier sind alle mit meiner etwas weniger professionellen Kamera entstanden.
Morgen ist dann der letzte Arbeitstag. Mal schauen, ob ich meine Idee für ein Abschiedsfoto umsetzen kann. Wir vier alle nebeneinander, jeweils mit einem Löwchen in den Armen.