Robert Enke ist tot

DisneylandFan steigt in manche Attraktion mit ein
Heute morgen habe ich auf dem weg zur Uni die Nachricht im Radio im Radio gehört und war Schockiert
Am 10. November 2009 nahm Enke sich das Leben, indem er sich an einem Bahnübergang in Neustadt am Rübenberge, Ortsteil Eilvese, vor einen Zug warf. Die Polizei teilte mit, dass Enke einen Abschiedsbrief hinterlassen hatte.
Ein toller Mensch und Torwart ist von uns gegangen.
Mein Beileid an die Familie.

lg

DLF
 
Flounder Papa Fisch
Teammitglied
Aloha,

ja, wir hatten gestern schon kurz in der Shoutbox darüber gesprochen. Eine sehr traurige Angelegenheit. 2006 hatte er seine 2jährige Tochter verloren und im Mai mit seiner Frau ein neues Kind adoptiert, das nunmehr 8 Monate alt ist. Diese hinterläßt er nun ... da muss wohl sehr viel dahintergesteckt haben, wenn man solche "Entscheidungen" trifft.

Möge er in Frieden Ruhen und mein Beileid ist bei seinen Angehörigen.

Cheers,
Flounder
 
Mummelchen findet sich ohne Parkplan zurecht
........und eben gab es schon eine Pressekonferenz, bei der auch seine Frau gesprochen hat. Keine Ahnung woher die Frau die Kraft genommen hat, überhaupt vor die Kamera zu treten. VIelleicht noch der Schock oder mit Medikamenten beruhigt.
 
HiddenMickey hat seit Jahren ne Jahreskarte fürs MSE
Ja , auf jeden Fall sehr traurig das Ganze und schwer nachvollziehbar , dass jemand so sehr in seinen Depressionen versinkt , dass er nur noch diesen Ausweg sieht .

Habe gerade die Pressekonferenz gesehen und war sehr überrascht , dass seine Frau schon einen Tag danach den Mut und die Kraft gefunden hat , darüber zu sprechen und in die Öffentlichkeit zu gehen - Respekt !
 
Flounder Papa Fisch
Teammitglied
Wow - ist das jetzt eine Stärke der Frau?

Ich kann es mir nicht vorstellen in so einer Situation so etwas zu machen. Auf der anderen Seite waren es Medienmenschen und sie mussten sich schon immer der Öffentlichkeit stellen. Da lernt man es wohl, privates zu verdrängen oder zu verstecken. Und die Frage ist auch, wie überraschend es für sie tatsächlich gewesen ist. Was hat sie denn gesagt?

Cheers,
Flounder
 
HiddenMickey hat seit Jahren ne Jahreskarte fürs MSE
Überraschend bestimmt in der Beziehung , als dass mit so einem Schritt natürlich keiner rechnet , aber nicht seine starken Depressionen und dass er deswegen in Behandlung war .

Er wollte nie , dass alles öffentlich wurde , aus Angst , deswegen eventuell das Sorgerecht für seine Adoptivtochter zu verlieren - tragisch.
 
T
Trieli Guest
Ich denke sie hat den für sich einfachsten Weg gewählt um schnell wieder ihre Ruhe zu haben. Bis sie kein Interview gegeben hätte, hätten die Journalisten sie sowieso nicht in Ruhe gelassen. Und dann lieber schnell in den sauren Apfel beissen und es hinter sich bringen als Tage- oder vielleicht sogar Wochenlang verfolgt zu werden.

So wird nun jeder ihren Wunsch nach Ruhe anerkennen und ihn auch akzeptieren. Anders wäre das sicher nicht der Fall gewesen.

In erster Linie hat die Familie mein absolutes Mitgefühl. Aber auch der Zugführer der ihn, ja ohne eigenes Verschulden, getötet hat. Oft werden diese Menschen nämlich auch ihres Lebens nicht mehr froh.
 
Mummelchen findet sich ohne Parkplan zurecht
Ich muss zugeben, ich kannte den Mann nicht. Ich habe mich für Fussball noch nie erwärmen können und er Name sagte mir jetzt nichts.

Aber ich finde das ganze schon sehr tragisch, egal ob bekannte Person oder nicht. Jeder der so verzweifelt ist, sich das LEben zu nehmen, müssen vorab unglaubliche Qualen das Leben zur Hölle gemacht haben. Es war ja auch recht gezielt geplant von ihm. Furchtbar.

Man muss aber auch die andere Seite sehen, die Seite der Menschen die nun mit den Folgen leben müssen.

Furchtbar finde ich , dass er nun eine Frau zurückläßt mit einem kleinen Baby, und diese Frau nun Witwe ist und ihre TOchter vor nicht allzulanger Zeit zu Grabe getragen hat. WIe muss es dieser Frau jetzt gehen? WIe wird sie wohl damit zurecht kommen? Das muss ein elendes Gefühl sein. UNd ich finde es auf eine Art auch feige. Feige seine Frau nebst adoptierten Kind allein zu lassen und sich aus der Situation davon zustehlen. Sorry, für meine harten Worte, aber wenn er keine Familie, keine Kinder etc gehabt hätte.......aber so?? Seine Frau hat sicher unter dem Verlust des Kindes ebenso sehr gelitten wie er. Gut, er sah keinen Ausweg mehr aus seiner Misere, trotz allem ist dieser Weg nun der schlechteste, den er gegangen ist. Er hat sich wohl weder seinem Arzt anvertraut mit seinen Suizid-Gedanken, noch sonst jemandem. Evtl wäre Hilfe doch noch möglich gewesen, doch nun ist es zu spät.

Mir tut auch der Bahnfahrer leid, der unverschuldet zum Mittäter wurde und sich jetzt sein Leben lang Vorwürfe machen wird, dass er einen Menschen überfahren hat. Wenn sich schon jemand das Leben nimmt, dann so, dass kein anderer daran beteiligt ist.
 
shellhsv96 Roter Großstadtindianer
Unfassbar und kaum in Worte zu fassen

Hallo liebe Disney Freunde,

ich komme aus Hannover und bin seit meiner Kindheit Hannover 96 Fan. Ich habe auch schon seit nunmehr 11 Jahren eine Dauerkarte. Aber was da passiert ist, ist für mich unfassbar und kaum in Worte zu fassen. Seit dem ich gestern abend davon erfahren habe, denke ich immer noch ich träume und das kann doch alles nicht wahr sein. Bitte weck mich doch jemand auf. Mein tiefstes Beileid an Teresa und Leila Enke. Heute abend ist um 18.00 Uhr eine Trauerandacht in der Marktkirche von Hannover und um 19.00 Uhr bewegt sich ein Trauermarsch vom Kröpcke zur AWD Arena.

Robert ich hoffe die Nr. 1 wird nie wieder vergeben, denn du bleibst für immer unsere Nr. 1

Diese Worte sind mit tiefstem Beileid an Familie und Freunde von Robert Enke verfasst

Sebastian Hell
 
poohmo kennt diverse Charaktere beim Namen
Ich kann Mummelchen nur recht geben, auch wenn es für andere
"harte Worte" sind...Selbstmord ist auf eine Art schon eine feige Sache,
wie mag es nur der Frau gehen, erst die Tochter vor 2 Jahren , nun der
Mann, nun steht sie mit der Adoptivtochter alleine da, ist auch ein schweres
Schicksal !

Mein aufrichtiges Beileid für Frau und Tochter Enke !!!
 
Stephie Königin der Frösche
Teammitglied
Bei solch einem Unglück wird einem immer wieder ins Gedächtnis gerufen, wie zerbrechlich eine menschliche Seele doch sein kann.
Ich habe vom Tod Enkes in den australischen TV Nachrichten erfahren. Da die Bundesliga in Australien doch recht interessiert verfolgt wird, war das tatsächlich eine Schlagzeile wert.

Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen und all denen, die sich persönlich mit Robert Enke verbunden gefühlt haben.


Bis Februar diesen Jahres habe ich auch gedacht, dass ein Suizid doch eine Recht feige Art ist, sich Problemen zu entziehen, ohne Rücksicht auf die Hinterbliebenen. Dann erreichte uns die Nachricht, dass unser bester Freund und Trauzeuge sich im Haus meiner Schwiegereltern das Leben genommen hat. Seitdem denke ich darüber etwas anders.

Niemand weiß, was im Kopf eines Selbstmörders vorgeht, man wird es auch nie erfahren.
 
Mister-Mini blättert noch in der Broschüre
Die Pressekonferenz hab ich gestern auch verfolgt, wirklich bewundernswert der Auftritt von Teresa Enke.
Mein Eindruck war allerdings, das es ein jahrelanger gemeinsamer Kampf des Paares gegen die Krankheit (Depression) war, die viel Kraft gekostet hat und - wie sie auch sagte -schwer war in den Zeiten von Antriebslosigkeit und Kraftlosigkeit. Es muß sehr schwer gewesen sein, all dies vor der Öffentlichkeit zu verbergen.
 
Baerchen Bärin der Narzisse
........und eben gab es schon eine Pressekonferenz, bei der auch seine Frau gesprochen hat. Keine Ahnung woher die Frau die Kraft genommen hat, überhaupt vor die Kamera zu treten. VIelleicht noch der Schock oder mit Medikamenten beruhigt.
Ich glaube, das sie es einfach rauslassen musste! Sie hat all die Jahre geschwiegen und durfte mit niemandem drüber reden. Ich glaube, das war für die ganz wichtig sich das alles von der Seele zu reden.

Ich war auch schockiert, als ich es den Abend im Videotext gelesen habe.
Es geht ein freundlicher, herzlicher Mensch und ein großartiger Sportler von uns.

Ich wünsche seiner Familie ganz viel Kraft die schwere Zeit zu verarbeiten und auch dem Lokführer, dass er diesen Abend schnell verarbeiten kann!
 
Timm Main Street Emporium Imagineer
Teammitglied
Es ist wirklich schlimm, was da passiert ist, aber bei all dem Trubel in den Medien wird wieder mal einer vergessen, der sein Leben lang wohl nicht mehr froh wird: Der Zugführer!
 
Sullivan steigt in manche Attraktion mit ein
Bitte versteht mich nicht falsch, aber meiner Meinung nach ist der Hype um diesen einen Menschen sehr stark übertrieben. Ich möchte wetten, dass an diesem Tag noch zig Andere
einen tragischen Tod gefunden haben. Da maschieren 25000 Menschen, oder mehr in einem Trauerzug durch die Strassen, wegen einer Person, die den Freitod gewählt hat und
anderswo sterben Kinder wegen Hunger. Komische Welt............

So long
Sullivan --> der dass alles nicht versteht
 
shellhsv96 Roter Großstadtindianer
Gedenkfeier

Hallo liebe Disneyfreunde,

am Sonntag den 15. November 2009 findet ab 11.00 Uhr in der AWD Arena eine Gedenkfeier für Robert Enke statt. Die AWD Arena wird bereits ab 8.30 Uhr geöffnet, wer kommen möchte sollte bitte rechtzeitig erscheinen. Denn es werden zwischen 70.000 und 100.000 Menschen erwartet. Und nur 45.000 Leute werden in der Arena einen Platz finden, es werden aber Videoleinwände vor der Arena aufgestellt. Für alle die keinen Platz mehr finden. Auch die ARD überträgt das ganze live.

Robert wir vermissen dich !

Hannovers ewige NR. 1 !

YOU NEVER WALK ALONE !

Sebastian Hell
 
DERWUNDERBARE Unsere Zahnfee
Hmmm... ich hab da so meine eigene Meinung zu dem Thema...
Depressionen hin oder her, aber wenn einem hilfe angeboten wird (und das wurde in der Pressekonferenz erwähnt), und derjenige lehnt die Hilfe ab aus Angst, daß etwas in die Öffentlichkeit geraten könnte, dann fehlt mir jedwedes Verständniss für diese Person, und vor allem fehlt mir auch jeder Art von RESPEKT für diese Person.

Da geht der feine Herr dann lieber den sicheren Weg... dadurch ist zwar jetzt genau das passiert, was der feine Herr vermeiden wollte, nämlich daß die ganze Sache öffentlich wird, aber ER muss sich jetzt ja um nix mehr sorgen, den ganzen Ärger und die ganze Trauer bleibt bei der Person zurück, von der er behauptet hat, daß er sie lieben würde... aber würde so jemand handeln und s etwas jemandem antun, den man liebt??

Also, um es auf den Punkt zu bringen: Jemand, der angebotene Hilfe ablehnt, sich statt dessen lieber umbringt, und seine Frau mit einem Kleinkind alleine zurücklässt hat in meinen Augen diesen Hype nicht verdient, und daß ihm zu EHREN ein Benefizspiel stattfinden soll ist echt übel... Selbstmörder DÜRFEN nicht geehrt werden, und sie sind definitiv kein Vorbild für irgend jemanden.

Also Herr Enke, wenn Sie das hier aus dem jenseits lesen, dann hoffe ich, daß sie bereuen, was Sie getan haben.
 
Pirate steigt in manche Attraktion mit ein
Die Unfassbarkeit menschlichen Leids

Hallo!

Eigentlich steht mir das nun folgende nicht zu!!!!!
Aber sich nicht zu äußern macht krank.

Robert Enke ist von uns gegangen. Ja wie so viele andere auch.
Robert Enke hat sich vor einen Zug geworfen. Ja wie so viele andere auch.

Robert Enke hinterlässt eine Frau und ein Kind. Ja wie so viele andere auch.
Robert Enke war beliebt. Ja wie so viele andere auch.

Robert Enke war ein guter Torwart. Ja wie so viele andere auch.
Robert Enke war psychisch krank. Ja wie so viele andere auch.

Doch halt. Irgendetwas ist anders. Ach ja.
Robert Enke war berühmt. Nein nicht wie so viele andere auch.

Er stand im Licht, ständig beobachtet und doch nichts bemerkt?
Wie kann das sein, wo wir doch alles über Robert Enke wussten.

Wussten wir wirklich alles? Nein selbst die Presse kann in keinen Menschen hineinschauen!
Wie gemein. Wo wir doch alles über so einen Star wissen müssen!!

Was erlaubt der Enke sich denn da??
Die arme Frau und das arme Kind?? Die armen Hinterbliebenen?? Der arme Lokführer??
Der arme Verein und vor allen Dingen die armen Fans?? Was soll denn das??

Ja genau solche Kommentare waren nach dem Freitod von Robert Enke zu erwarten.
Und genau dieses ist so gefährlich, weil dieses Unverständnis über eine Krankheit so groß ist.

Deshalb sollte sich hier eigentlich jeglichen Kommentars über das wie und warum enthalten werden.
Kondolenz ist natürlich ausgenommen.

Denn hier gilt „Nur wer den Schmerz kennt, ihn gefühlt und gespürt hat, nur wer ihn ausgehalten und verdrängt hat,
nur wer ihn gehasst und verflucht hat, nur wer ihn gefürchtet und ihn nicht ausgehalten hat, ja nur der vermag darüber zu urteilen"!!!

Darum alles Gute Robert auf Deinem Weg und möge jetzt Frieden in Dir einkehren.

In unbeschreibbarer Trauer und mit großem Dank an einen tollen Menschen.
Du hast mein Leben lebenswerter gemacht und nun auch ein Stück offener.

Pirate.
 
Mummelchen findet sich ohne Parkplan zurecht
Richtig Pirate: und genau weil ich selber mal in dieser Situation war, erlaube ich mir auch ein Urteil. Mehr sage ich dazu nicht, denn den Rest kann man sich denken.

Aber ich bin froh, dass ich sagen kann: mir geht es gut und ich weile unter all denen die ich liebe und die mich lieben.
 
Pirate steigt in manche Attraktion mit ein
Richtig Pirate: und genau weil ich selber mal in dieser Situation war, erlaube ich mir auch ein Urteil.
Ach Du bist berühmt, psychisch krank und hast auf den Gleisen gestanden?????

Na herzlichen Glückwunsch, dass Du dem Zug noch ausweichen konntest!!

Pirate.( Und jetzt ist gut für mich)

Wir das MSE Team distanzieren uns von solchen Äusserungen, lassen sie aber aus Respekt und dem Mut unserer User vorerst hier drin stehen; Trieli, 14.11.09; 00:28
 
DERWUNDERBARE Unsere Zahnfee


Denn hier gilt „Nur wer den Schmerz kennt, ihn gefühlt und gespürt hat, nur wer ihn ausgehalten und verdrängt hat,
nur wer ihn gehasst und verflucht hat, nur wer ihn gefürchtet und ihn nicht ausgehalten hat, ja nur der vermag darüber zu urteilen"!!!


Yepp... ich kenne den Schmerz, ich habe ihn gefühlt und gespürt, ausgehalten und verdrängt, gehasst und verflucht und auch gefürchtet... aber ich HABE ihn ausgehalten, denn sonst säße ich heute nicht mehr hier, und daher erlaube ich mir, darüber zu urteilen.

Ich habe kein Problem damit zuzugeben, daß ich unter Depressionen leide, daß ich Psychopharmaka und Tabletten nehme, und ich habe auch kein Problem damit, Hilfe anzunehmen, wenn sie mir angeboten wird.

Ich habe kein Problem damit, zuzugeben, daß mein letzter Selbstmordversuch jetzt ziemlich genau ein Jahr zurückliegt, und daß es nur meiner jetzigen Ehefrau zu verdanken ist, daß ich jetzt hier sitze.

Nur, wer sein Problem kennt und sein Problem akzeptiert, kann sein Problem bekämpfen, und ich bin noch nicht bereit, den Kampf aufzugeben!. Klar, es wäre leichter, den Robert-Enke-Weg zu beschreiten, und manchmal denke ich sehr intensiv daran - aber noch bin ich nicht bereit, den kampf aufzugeben, auch meiner Frau zu Liebe nicht. Wenn ich nicht für mich selbst kämpfe, dann für SIE, denn wenn ich gehe, hinterlasse ich ihr einen Scherbenhaufen, den sie niemals alleine bewältigen kann, und das kann ich nicht zulassen.

Mummelchen, mein Respekt geht an dich! Ich hoffe ich bin irgendwann mal da, wo du jetzt bist.
 
DERWUNDERBARE Unsere Zahnfee
Ach Du bist berühmt, psychisch krank und hast auf den Gleisen gestanden?????

Na herzlichen Glückwunsch, dass Du dem Zug noch ausweichen konntest!!

Pirate.( Und jetzt ist gut für mich)
Und bevor du diesen wunderbar gedankenlosen Kommentar nochmals posten musst...
Ja, ich bin psychisch krank, und ja, ich habe auf den Gleisen gestanden. Das sind die zwei wichtigen punkte. Ob jemand berühmt ist oder nicht, sollte doch eigentlich irrelevant sein, oder verdienen nur "berühmte" Personen Hilfe und Aufmerksamkeit?

Weisst du, vielleicht sind es Leute wie DU und Kommentare wie solche, die daran Schuld sind, daß es vielen psychisch Kranken peinlich ist, an die Öffentlichkeit zu gehen...
 
T
Trieli Guest
Ich habe mich bisher ganz bewußt aus diesem Thema fast rausgehalten.

Ich gehöre zu den Opfern auf der anderen Seite.

Und in vielen Dingen kann ich dir zustimmen: Viele meiner toten Freunde haben es nicht geschafft und die meisten standen in der Öffentlichkeit.

Leider haben die Angehörigen oft nie den Mut besessen die wahren Gründe ihrer Tode zu nennen was ich immer sehr traurig fand.

Aber ein Glück haben es auch viele geschafft, weil sie den Mut besessen haben sich der Öffentlichkeit zu stellen und ihrer Krankheit. Und vor allem auch zu ihren Familien und der Verantwortung die sie da übernommen haben. Einige sind daraufhin auch beruflich ins Nirwana spaziert. Aber das war es ihnen wert. Sie habe zu ihrem Ich, ihrer Krankheit und vor allem ihrer Zukunft gestanden und haben Therapien gemacht.

Und genau diese Menschen haben meinen größten Respekt. :001:

All die Menschen die ich verloren habe werden leider nie von mir den Respekt erhalten, wie diejenigen die sich dem Leben gestellt haben.

Und ich habe den letzten sehr geliebten Menschen genau aus solch einem Grund im März diesen Jahres verloren und ich werde ihn immer vermissen, aber meinen Respekt wird er nie mehr wieder bekommen.

Es würde mich auch mal interessieren ob du, Pirate, mal jemals ein Kind kennen gelernt hast wo ein Elternteil sich umgebracht hat.
Ich bin mit so einem Kind zur Schule gegangen. Ich kann es heute erzählen weil er heute auch schon tot ist. Er ist seinem Vater vor 12 Jahren gefolgt. Er war einer meiner besten Freunde und hat immer erzählt das er zu seinem Vater will. Und vor 12 Jahren ist er in Frankfurt aus dem 37. Stock gesprungen.

Denk mal drüber nach ob Robert Enke der Heroe ist den du gerade so vergötterst und wenn ja dann mußt du ja alle Menschen die sich selbst töten in Zukunft ehren. Oder wie?
 
Baerchen Bärin der Narzisse
Es ist wirklich schlimm, was da passiert ist, aber bei all dem Trubel in den Medien wird wieder mal einer vergessen, der sein Leben lang wohl nicht mehr froh wird: Der Zugführer!

@Timm, deswegen hatte ich auch den Lokführer in meinem Beitrag erwähnt und wünsche ihm auch heute noch alle Kraft der Welt, dass er das Ereigniss verarbeiten kann.


An alle anderen hier: ersteinmal möchte ich meinen größten Resepkt denjenigen aussprechen, die sich getraut haben sich zu "outen"!
Wir haben die Krankheit auch in der Familie und ich weiß wie schwer es für die Betroffenen ist (egal ob Erkrankter oder Angehöriger).
Jetzt zu Robert Enke: ich muss sagen, dass ich keinen Resepkt vor dieser Tat habe, weil ich diesen Weg ziemlich feige finde. Aber dennoch bin ich traurig, dass ein Mensch wie Robert Enke es war (habe ihn nach einem Fußballspiel kurz kennenlernen dürfen) für sich diesen Weg gehen musste und dabei wahrscheinlich als letztes an seine Frau, die kleine Leila, seinen Angehörigen aber auch seinen Mannschaftkameraden oder den Fans angetan hat.
Ich finde es so schlimm, dass ein Mensch wie er sich nicht getraut hat sich der Öffentlichkeit zu stellen. Würde diese Krankheit nicht so ein tabuthema in unserer Gesellschaft sein, würde er vielleicht noch leben, weil er sich dann getraut hätte Hilfe anzunehmen. Man weiß es nicht und man wird es nie wissen.

Aber ich weiß auf jeden Fall, dass so Kommentare, wie sie hier im Tread gefallen sind unnötig und verletzend sind. Und jeder sollte drüber nachdenke, ob man selber solch Sprüche abbekommen möchte, wenn man in dieser Situation ist!
 
3
3 little Sailorkids Guest
Ich finde es so schlimm, dass ein Mensch wie er sich nicht getraut hat sich der Öffentlichkeit zu stellen. Würde diese Krankheit nicht so ein tabuthema in unserer Gesellschaft sein, würde er vielleicht noch leben, weil er sich dann getraut hätte Hilfe anzunehmen.
Wäre er offensiv damit umgegangen, hätte dies bestimmt vielen Betroffenen ein positves Signal sein können!
Das ist -so meine ich- das wirklich tragische an der ganzen Sache!
 
M
Mattis Guest
Bedenkt aber was mit Sebastian Deisler damals in der Presse und beim Sport passiert ist. Er wurde als "Memme" und die "Deislerin" beschimpft und vielleicht war die Angst, dass ihm etwas ähnliches widerfährt u. a. so groß, dass er die Offensive gemieden hat...!?

Leider, leider sind viele Themen in unserer Gesellschaft immer noch Tabuthemen - und das wo wir doch ALLE so "aufgeklärt" sind!
 
Baerchen Bärin der Narzisse
Bedenkt aber was mit Sebastian Deisler damals in der Presse und beim Sport passiert ist. Er wurde als "Memme" und die "Deislerin" beschimpft und vielleicht war die Angst, dass ihm etwas ähnliches widerfährt u. a. so groß, dass er die Offensive gemieden hat...!?

Leider, leider sind viele Themen in unserer Gesellschaft immer noch Tabuthemen - und das wo wir doch ALLE so "aufgeklärt" sind!


Ja, ich kann mir vorstellen, dass das seine Angst war... ich fand es früher schon schlimm und kann auch heute nicht nachvollziehen, dass Menschen sich auf diese Art und Weise über einen kranken Menschen lustig machen.
Da muss man ja auch fast verstehen können, dass Menschen den Weg wählen, den Robert Enke gewählt hat. Auch wenn ich es immer noch nicht gut heißen kann... aber die Gesellschaft sollte mal überlegen, was sie dazu beiträgt, dass Menschen auf die Idee kommen sich das Leben zu nehmen.


Die Trauerfeier heute fand ich übrigens sehr bewegend und ich muss zugeben, dass mir die Tränen kamen, als der Sarg rausgetragen wurde. Was aber wohl auch mit eigenen Trauererfahrungen in Zusammenhang steht.
Für Teresa kann ich mir nur vorstellen, dass es ihr im Nachhinein Kraft gibt, dass viele Menschen hinter ihr stehen. Zumindest gab mir die Anteilnahme anderer damals Kraft im Trauerfall!
 
thorroth Böser Zwerg
Meine Meinung:

Ich bedauere die Ehefrau, die nun mit der Tochter alleine da steht und den Tod der Tochter und des Ehemannes verarbeiten muss. Ich bedauere auch den Lokführer, denn der wird in seinem Leben auch nicht mehr froh. R. Enke bedaure ich nicht wegen seines Todes sondern wegen seiner Krankheit.

Wie schlimm die Krankheit ist, kann ich nicht nachvollziehen, da ich -zum Glück- noch keine Berührung damit hatte. R.Enke hat wohl keinen Ausweg mehr gesehen. Man mag es feige nennen. Ich nenne es krank. Leider hat er mit seiner Tat andere (seine Frau, seine Tochter und den Lokführer) mit in den Sumpf der psychischen Probleme gezogen.

Der Medienrummel stört mich allerdings, weil sich alle nicht wegen der Krankheit sondern der Berühmtheit des Protagonisten und der Tragik des Falles auf diese Schlagzeile stürzen. Jeden Tag gibt es Selbstmorde nach denen kein Hahn kräht. Das alles ist mir zu scheinheilig.

Zu Deisler: Deislerin wurde er vor seinem "Outing" genannt. Für seinen Rücktritt hat er viel Respekt bekommen. Die Schlagzeilen waren damals aber auch schnell erledigt und alles ging seinen gewohnten Weg.

Was soll man auch machen? Akzeptieren, dass Depressionen eine Volkskrankheit ist, ist der richtige Weg. Diese Menschen nicht ausgrenzen auch. Aber dann? Leider muss jeder selbst seinen Weg aus dieser Krankheit finden.

Insofern meinen Respekt für jeden, der die Krankheit überwunden hat oder noch mit ihr kämpft. Vor allem aber Respekt an alle hier im Forum, die den Mut haben, zu Ihren Problemen zu stehen. Ich wünsche Euch die Kraft, Eure Probleme zu meistern.
 
D
Disneyfan92 Guest
Ich finde das Thema Enke hat sich sehr hochgespielt!

Wenn es mir nach ginge würde der Name nie wieder erwähnt werden!

Ich habe kein Verständnis für Leute die sich vor Zügen werfen!!!

Finde es gut das hier auch an die Lokführer und das Personal Feuerwehr, Polizei etc. gedacht wird die, die Sauerei weg machen.

Wusstet ihr das Deutschlandweit täglich 2 Menschen sich vor Zügen werfen???
Denn selben Durchschnitt hat ein Lokführer in seiner Laufbahn.
Ich kenn Kollegen die haben 7 Stück erwischt! Zum Glück habe ich seid 10 Jahren noch keinen. Aber oft kurz vor oder nach mir.
Ich habe oft gesehn wie aufgräumt wurde weil ich mit Schrittgeschwindigkeit vorbei fahren mußte!

Und bin noch über Fleischreste gefahren weil das Personal nicht richtig aufraäumen konnte weil die stellen schwer zugänglich waren.

Ein Zug hat durchschnittlich mindesten 1.000 Meter Bremsweg. Ein ICE von 250 auf 0 knapp 3.000 Meter. Könnt ich euch Vorstellen wie verdammt Hilflos man da ist wenn man die Person auf sich zu kommen sieht??? Könnt ihr euch Vorstellen was das für ein Schlag gibt wenn 80 kg Fleisch auf seine bis zu 123 Tonnen schwere Lok bekommt? (Rehe und Wildschweine tun schon anständige schläge)

Wenn jemand meint er muß sein Leben beenden, dann kann man es doch auch so machen das man vernünftig aussieht und keinen außer seiner Familie unnötig belastet.

Auch mein Respekt an die User die sich hier geoutet haben. Ich wünsche euch das ihr euren Lebenssinn und willen wieder findet.

Mfg.

Disneyfan92
 
Mave110 First Main Street Emporium Specialist
da fällt mir außer GENAU! nichts zu ein...

mave (der mit sicherheit sagen kann, dass man davon als eigentlich unbeteiligter genügend von mit nach hause nimmt!)
 
Mave110 First Main Street Emporium Specialist
bei kerner kommt gerade ein sehr interessanter bericht über "die menschen dahinter", nämlich lokführer & co.!
 
D
Disneyfan92 Guest
Habe heute auf Arbeit erfahren das sich am Wochenende insgesamt 17 Leute Enke als Vorbild genommen haben!

Würde der Fall in den Medien nicht so hochgespielt wäre es bestimmt weniger als die Hälfte.

Übrigens. Der Kollege wo als letztes in meiner Dienstelle einen erwischt hat brauchte 2 Jahre um wieder eine Lok zu betreten. 2 Jahre psychische Behandlung, 2 Jahre Antidepressiva, 2 Jahre kein Auto fahren wegen der Medikamente und dann noch weil das Nebengeld fehlt 24 Monate Lohneinbußen von a. 500 €.
 
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